Der Hohe Dom im dreifachen Mittelpunkt | 21.09.2018

Interview mit Dompropst Monsignore Joachim Göbel zu drei Veranstaltungen um den Hohen Dom zu Paderborn

Paderborn, 21. September 2018. Der Hohe Dom zu Paderborn steht in den nächsten Tagen wieder einmal im Mittelpunkt. Gleich drei Veranstaltungen haben unmittelbaren Bezug zu einem der Wahrzeichen Paderborns: Die Gotik-Ausstellung im Diözesanmuseum verweist auch auf viele Exponate im Dom, die Paderborner Dommusik feiert eine kirchenmusikalische Festwoche und die Europäische Dombaumeistertagung trifft sich im Umfeld des Doms.

Die Kathedralkirche im Herzen Paderborn lädt ein, ihre Schönheit, ihre Kunstschätze, ihren Klangraum und ihre lange Geschichte zu entdecken. Zugleich ist der Dom aber auch ein Haus Gottes, Ort des Gebetes und der Liturgie. Verantwortlich für den Hohen Dom ist das Metropolitankapitel, dem der Dompropst vorsteht. Zu seinen Aufgaben gehören u.a. die Feier der Liturgie im Hohen Dom sowie die Erhaltung der Hohen Domkirche.

Dompropst Monsignore Joachim Göbel blickt im Interview auf die kommenden Ereignisse.

   Herr Dompropst – drei hochkarätige Veranstaltungen befassen sich in diesen Tagen mit dem Hohen Dom zu Paderborn. Macht Sie das Interesse am Dom als „Hausherr“ nicht auch ein wenig stolz?    Dompropst Göbel: Natürlich macht mich das ein wenig stolz. Wir haben hier drei Veranstaltungen, die wie in einem Brennglas zusammenfassen, was wir mit dem Domjubiläum nach vorn stellen wollen: Kunst- und Ausstellungskompetenz, leistungsfähige und starke Musik am Dom und Baumeister-Arbeit am Dom und Kaiserpfalz, die sich auf europäischer Ebene sehen lassen kann.

   „Gotik – Der Paderborner Dom und die Baukultur des 13. Jahrhunderts in Europa“, lautet der Titel der Ausstellung im Diözesanmuseum. Der Hohe Dom ist gotisch geprägt. Was macht die Gotik für Sie spannend?
Dompropst Göbel: Das Spannende an der Gotik ist für mich, dass ein theologischer Gedanke, ein Vision aus der Offenbarung des Johannes in Architektur umgesetzt wird:  das himmlische Jerusalem nämlich. Der Himmel soll auf der Erde schon in der Kirche erfahrbar werden, vor allem auch im Spiel mit dem Licht. Und weiter entdeckt der neuzeitliche Mensch die Welt der Zahlen, der Mathematik. Die Welt ist in zählen und Zahlenverhältnissen fassbar und in der Architektur abbildbar. Heilige Zahlen spielen eine große Rolle. So wird Gott als Schöpfer der eigentliche Architekt der Welt des Menschen.

   Sie haben doch bestimmt schon in die Ausstellung „spieken“ dürfen – Ihr Lieblingsexponat? 
Dompropst Göbel: Noch habe ich nicht schauen können, aber das Exponat „Kopf mit der Binde“ macht mich neugierig. Und mit Freude blicke ich auf den Lego-Dom, da sich an dieser Stelle junge Leute einbringen und mit viel Liebe zum Detail und großer Sorgfalt sich den Dom neu erschlossen haben.

   Die europäischen Baumeister tagen in der kommenden Woche erstmals in Paderborn. Welche Wünsche geben Sie den Dombaumeisterinnen und Dombaumeistern mit auf den Weg?
Dompropst Göbel: Ich wünsche, dass die Dombaumeisterinnen und Dombaumeister hier in Paderborn für ihre Arbeit gute Anregungen bekommen und in die europäische Szene mitnehmen, dass wir uns mit unserer Arbeit hier sehen lassen können und keineswegs Provinz sind.

   Vervollständigen Sie bitte den Satz: Der Paderborner Dom wird der Tagung ein Vorbild sein für…   Dompropst Göbel: sorgfältige und hoch professionelle Restaurierung und Neugestaltung beziehungsweise Ergänzungen.

   Die Paderborner Dommusik lädt zur Festwoche mit einem abwechslungsreichen Programm ein und setzt dabei auf das Klangerlebnis und die gute Akustik im Dom. Haben Sie sich aus den Angeboten schon ihr persönliches Highlight ausgesucht?
Dompropst Göbel: Ich freue mich sehr auf das Eröffnungskonzert „Klingender Dom“, bei dem viele Paderborner Chöre vertreten sind, und auf das Orgelkonzert „Ansichten eines Domes“ am Mittwoch.

   Wie sieht es denn mit Ihrer eigenen Musikalität aus?
Dompropst Göbel: Meine Musikalität beschränkt sich auf die liturgische Notwendigkeit. Aber ich habe sehr großen Respekt vor allen, die es besser können. Der Paderborner Dommusik zolle ich große Anerkennung für deren Leistungen.  

Portrait Dompropst Joachim Göbel © pdp / Ronald Pfaff

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