Wach bleiben für das, was wirklich zählt | 01.12.2018

Erzbischof Becker eröffnet am Vorabend des ersten Advents bistumsweit die „Ewige Anbetung“ im Erzbistum Paderborn

Paderborn, 1. Dezember 2018. Das ganze Erzbistum Paderborn schaute am Vorabend des ersten Advents in die Bischofsstadt: Mit einem Pontifikalamt im Hohen Dom zu Paderborn eröffnete Erzbischof Hans-Josef Becker die „Ewige Anbetung“ im Erzbistum Paderborn. Am Beginn des neuen Kirchenjahres startete damit die Gebetskette, die von allen Kirchengemeinden des Erzbistums Paderborn getragen wird. In seiner Predigt rief der Paderborner Erzbischof dazu auf, dankbar zu bleiben für das Geschenk, das Gott immer wieder neu mache: „Das Geschenk unseres Lebens: hier schon auf dieser Welt und in der Herrlichkeit, die noch vor uns liegt“.      

Seit über 160 Jahren sei es eine gute Tradition im Erzbistum Paderborn, dass am ersten Adventssonntag mit dem Beginn des Kirchenjahres auch die „Ewige Anbetung“ wieder beginne, sagte Erzbischof Becker im feierlichen Gottesdienst. „Die ‚Ewige Anbetung‘ geht aus vom Hohen Dom und setzt sich fort durch das Jahr hindurch in den Kirchen und Kapellen unserer Erzdiözese.“ Es sei wertvoll, wenn Beterinnen und Beter vor dem ausgesetzten Allerheiligsten ohne Unterlass wachen und beten und so all ihre eigenen Anliegen vor Gott tragen, aber auch im stellvertretenden Gebet für alle Menschen und für die ganze Schöpfung wachen und beten. Es gehe um das einfache Dasein vor Gott und darum, sich seiner Barmherzigkeit dankbar auszusetzen, darum, dass „wir uns dem eucharistischen Christus anvertrauen können, still werden, anbeten, empfangen“, erläuterte der Paderborner Oberhirte weiter.  

Es komme darauf an, sich zu öffnen und zu empfangen, sagte Erzbischof Becker im Hinblick auf die bistumsweite Eröffnung der Ewigen Anbetung am ersten Adventssonntag. „Das Dunkel ist der Raum, in dem wir das Kommen des Menschensohnes erwarten: Die Dunkelheit eines abgelegenen Viehstalls bei Bethlehem. In solchem Dunkel lassen wir uns aufrichten und dürfen unser Haupt erheben. So hat Jesus es uns zugesagt.“ Zum Abschluss seiner Predigt sagte Erzbischof Becker: „Schenken wir Gott und einander diese besondere Zeit. Nehmen wir Gottes Melodie in uns auf und beten wir füreinander! Bleiben wir wach für das, was wirklich zählt.“  

Erzbischof Hans-Josef Becker zelebrierte den feierlichen Gottesdienst, Weihbischof Matthias König, Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB und Domkapitular Dr. Thomas Witt konzelebrierten.  

Nach dem Pontifikalamt betete Erzbischof Becker zu Beginn der Ewigen Anbetung „Herr Jesus Christus! Du bist gegenwärtig im heiligen Sakrament. Du bist die Speise zum ewigen Leben. Wir wissen, Herr, dass wir dich in Glauben und Vertrauen annehmen müssen. Schenke uns wahren und tiefen Glauben an dich, der du für uns aus dem Himmel herabkamst, für uns gestorben und auferstanden bist und unter uns weilst durch die Kraft deines Geistes. Festige uns in der Liebe. Die Liebe zu dir treibt uns, in jedem Menschen dein Angesicht zu sehen. Lehre alle deine Jünger auf Erden, miteinander zu teilen: die Freude und das Leid, den materiellen und den geistigen Reichtum. Lass uns als Menschen leben, die auf die Ankunft ihres Herrn warten.“  

Der feierliche Gottesdienst zur bistumsweiten Eröffnung der „Ewigen Anbetung“ am Samstagabend wurde musikalisch vom Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Thomas Berning und Domorganist Tobias Aehlig an der Orgel gestaltet.  

In der Zeit der Anbetung, die durch meditative Musik, Texte, Lobpreis und Stille gestaltet war, konnten die Gläubigen vor dem Allerheiligsten verweilen, eine Kerze entzünden, sich ein Wort aus der Heiligen Schrift schenken lassen und Gebetsanliegen niederlegen. Danach wurde um 23.30 Uhr die Komplet gebetet und es folgte eine stille nächtliche Gebetswache von Mitternacht bis zum Sonntagmorgen.  

Am Sonntag wurden um 7 Uhr, 8 Uhr, 10 Uhr und 11.45 Uhr die Sonntagsmessen im Hohen Dom gefeiert. Anschließend wurde das Allerheiligste zu gestalteten Betstunden ausgesetzt: Um 13 Uhr fand eine Betstunde für die Verstorbenen statt. Es folgten Betstunden, die von den geistlichen Gemeinschaften (14 Uhr), der Paderborner Innenstadtgemeinde St. Liborius (15 Uhr) und den Ordensleuten (16 Uhr) gestaltet wurden. Die „Ewige Anbetung“ im Hohen Dom endete mit einem feierlichen Abschluss um 17 Uhr.      

Hintergrund: Ewige Anbetung  

Über das ganze Kirchenjahr hinweg werden mit der „Ewigen Anbetung“ die Anliegen der Kirche, des Erzbistums Paderborn und der Gemeinden in einer Gebetskette in die Pfarreien und Klöster der Erzdiözese getragen. Die „Ewige Anbetung“ geht im Erzbistum Paderborn auf Bischof Konrad Martin zurück, der sie zum ersten Advent 1857 einführte. In seinem damaligen Hirtenschreiben heißt es: „Vom ersten Advents-Sonntage an soll die ewige Anbetung ununterbrochen bei Tag und bei Nacht in Unserer Diöcese fortdauern, dergestalt, daß immer die eine Kirche oder Gemeinde die andere in der Anbetung des Allerheiligsten ablöse in der von Uns festgesetzten Reihenfolge und nach dem einer jeden Kirche und Gemeinde zugemessenen Zeitmaße.“  

Heute wird die „Ewige Anbetung“ im Erzbistum im Sinne einer „täglichen Anbetung“ begangen. Das Erzbistum Paderborn folgt damit der Weisung des Apostels Paulus, der die Thessalonicher in einem Brief mahnt, ohne Unterlass zu beten (1Thess 5,17).  

Die Ewige Anbetung im Erzbistum Paderborn wird am ersten Advent bistumsweit im Paderborner Dom von Erzbischof Hans-Josef Becker eröffnet. © pdp / Thomas Throenle

Am ersten Advent wurde das Pontifikalamt zur Eröffnung der Ewigen Anbetung vom Domchor musikalisch gestaltet. Erzbischof Becker stand dem feierlichen Gottesdienst vor. © pdp / Thomas Throenle

Auf das Pontifikalamt folgte im Hohen Dom eine Zeit der Anbetung. Über das ganze Kirchenjahr hinweg werden mit der „Ewigen Anbetung“ die Anliegen der Kirche, des Erzbistums Paderborn, der Gemeinden und aller Gläubigen in einer Gebetskette in die Pfarreien und Klöster der Erzdiözese Paderborn getragen. © pdp / Thomas Throenle

SC Paderborn 07-Fan auf dem Weg zur Heiligen Familie | 04.12.2018 >>