Bischof Heinz Josef Algermissen wird in das Amt des Ehrendomherren eingeführt
Zu Beginn der 1. Vesper vom Sonntag führte Dompropst Joachim Göbel im Hohen Dom am 24. Oktober Bischof em. Heinz-Josef Algermissen in das Amt eines Ehrendomherrn ein. Anwesend waren neben Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz auch Erzbischof em. Hans Josef Becker, die aktiven und emeritierten Mitglieder des Domkapitels, weitere emeritierte Bischöfe sowie die Domvikare. Zahlreiche Gläubige feierten den Gottesdienst mit.
Die Einführung geschah durch das Verlesen der Urkunde, mit der der Herr Erzbischof die Ernennung ausspricht und das Überreichen des Kapitelskreuzes. Dazu wurden folgende Worte gesprochen: „Nimm hin das Kapitelskreuz, auf dass es Dir Hinweis und Zeichen sei für die Festigkeit des Glaubens, den Fortschritt in guten Werken und ein Schutz gegen alle Angriffe des Bösen. Amen“
Im Anschluss tauschte der neue Ehrendomherr mit allen Anwesenden im Altarraum des Domes den Friedensgruß aus und stand als Offiziant der Vesper vor.
Die Ehrendomherrenwürde ist – auch im Vergleich mit der zweitausendjährigen Geschichte der Kirche – ein sehr junges Amt. Der Titel stammt aus der Bulle „De salute animarum“ aus dem Jahr 1821. Dort war er allerdings vorgesehen für die vier Domkapitulare, die später dann bis heute „Nichtresidierende Domkapitulare“ heißen. Also die vier aus dem Kreis der sogenannten „Landdechanten“, die bis heute das Recht haben, bei der Wahl eines neuen Bischofs mitzuwirken.
Im Jahr 1941 ernannte Erzbischof Lorenz Jäger dann den Finanzdirektor und späteren Generalvikar Friedrich Joseph Rhode zum ersten Ehrendomherrn heutiger Art, der dann vier Jahre später residierender Domkapitular wurde.
Seither sind vor allem Bischöfe und Priester aus dem Bistum Le Mans und dem damaligen Bischöflichen Amt Magdeburg zu Ehrendomherren ernannt worden, die sich um das Bistum und den Hohen Dom in besonderer Weise verdient gemacht haben. Auch zwei Kardinäle befanden sich darunter.
So ist Ehrendomherr Bischof Franz Josef Bode nicht mehr alleiniger Ehrendomherr. Hinzu kommen der kürzlich ernannte Reinhard Kardinal Marx und Bischof Heinz Josef Algermissen.
Am 19. Juli 1969 hier im Dom von Lorenz Kardinal Jaeger zum Priester geweiht, hat Bischof Algermissen bis zu seiner Ernennung zum Bischof von Fulda hier im Erzbistum als Vikar, als Pfarrer, als Dechant und als Weihbischof mit großem Engagement in verschiedenen Regionen des Bistums gearbeitet. Als Bischof von Fulda ist er Paderborn und dem Dom immer herzlich verbunden geblieben und war zum Liborifest oft ein häufiger und gerngesehener Gast.
Das Amt des Ehrendomherren würdigt anlässlich seines Bischofsjubiläums, diese treue und verlässliche Verbundenheit und gibt der inneren Bindung ein schönes äußeres Zeichen der Verbundenheit.