Das Pfingstereignis im Hohen Dom

Im Hohen Dom zu Paderborn begegnet das Pfingstereignis gleich an mehreren Orten in eindrucksvollen künstlerischen Darstellungen.

Sie zeigen auf unterschiedliche Weise, was die Kirche an Pfingsten feiert: die Herabkunft des Heiligen Geistes auf Maria und die Apostel – und damit die Geburtsstunde der Kirche.

Der Evangelist Lukas berichtet bereits bei der Verkündigung des Herrn an Maria: „Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten“ (Lk 1,35). Was einst in Maria begann, findet an Pfingsten seine Vollendung. Durch die schöpferische Kraft des Heiligen Geistes wurde in Maria der Sohn Gottes empfangen; nun entsteht durch denselben Geist der geheimnisvolle Leib Christi – die Kirche. Deshalb wird Maria als Urbild und Mutter der Kirche verehrt.

Eine eindrucksvolle Darstellung dieses Geschehens findet sich im Hauptrelief des Epitaphs für Rüdiger von Horst, das von Heinrich Gröninger geschaffen wurde. Sein Monogramm ist links außen an der Sockelzone zu erkennen. Das Relief zeigt das Pfingstwunder in bewegter Szene: 24 Jünger versammeln sich um die beiden Marien – Maria, die Mutter Jesu, und Maria aus Magdala. Die Jünger sind in kleinen Gruppen angeordnet und als Halb- oder Dreiviertelfiguren gestaffelt dargestellt. Mit lebhaften Gesten und bewegten Gebärden reagieren sie auf die Herabkunft des Heiligen Geistes. Besonders die beiden knienden Apostel bringen Erschrecken, Staunen und innere Bewegung zum Ausdruck. Alle Figuren richten sich auf die Mitte des Geschehens aus: auf das Wunder, das sie ergreift und verwandelt.

Auch in den Fenstern des Hohen Doms wird Pfingsten sichtbar. Die Verglasungen von Nikolaus Bette gelten als sein Hauptwerk. Ein Blick auf die Nordseite des führt uns heute zum Fenster der Urgemeinde. Es befindet sich direkt über der Dreifaltigkeitskapelle. In der zweiten Bahn – also mittig ist die Herabkunft des Heiligen Geistes zu sehen. Am 50. Tag nach Ostern feiert die Kirche das Pfingstfest. Die Kirche erinnert sich an das Herabkommen des Heiligen Geistes auf die ersten Jünger. Feuerzungen und Sturmesbrausen sind Symbole dafür. Pfingsten ist vom Osterereignis nicht zu trennen. Das neue Leben kommt mit der Auferstehung Jesu in die Welt. Dazu heißt es in der Apostelgeschichte, dass sich die junge Kirche zwischen Ausbreitung und Verfolgung ihren Weg bahnen muss. Der pfingstliche Geist schenkt Kraft, diese Herausforderung zu bestehen. Das Bild über die Herabkunft des Hl. Geistes am Pfingsttag in Jerusalem füllt die ganze Fläche aus. Maria ist in dem Fenster mit den Aposteln zu sehen, als der Geist in Zungen wie von Feuer aus der Höhe auf alle herabkommt. Der Glaskünstler Bette hat hier eindrucksvoll die Taube als Symbol des Hl. Geistes als Ursprung der Feuerzungen gewählt. Sie werden jedoch im Pfingstbericht nicht explizit erwähnt. Bei der Taufe im Jordan berichten die Evangelien allerdings vom Hl. Geist, der sich in Gestalt einer Taube auf Jesus herablässt. (In der Apostelgeschichte 2,1-2,4 heißt es dazu: Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.) Neben Weihnachten und Ostern ist Pfingsten das dritthöchste Fest der Christen. Es gilt als Geburtsfest der Kirche. Damit endet die 50-tägige Osterzeit. Nach kirchlicher Lehre wird der Heilige Geist in die Welt gesandt, um Person, Wort und Werk Jesu Christi lebendig zu erhalten.

 

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