Fronleichnam

Das Fest Fronleichnam selbst wird in der Bibel nicht ausdrücklich erwähnt, denn es entstand erst im 13. Jahrhundert und wird als katholisches Hochfest am zweiten Donnerstag nach Pfingsten gefeiert.

Die Grundlagen des Festes finden sich an vielen Stellen im Neuen Testament, besonders in den Berichten über das Letzte Abendmahl Jesu. Dort sagt Jesus über das Brot: „Das ist mein Leib“ (z. B. Matthäus 26,26; Markus 14,22; Lukas 22,19).

Auch im Johannesevangelium spricht Jesus davon, dass er das „Brot des Lebens“ ist (Johannes 6,35). Diese Worte bilden die Grundlage für den Glauben an die Gegenwart Christi in der Eucharistie, die an Fronleichnam besonders gefeiert wird.

Vielen Menschen ist Fronleichnam besonders durch die feierlichen Prozessionen bekannt, bei denen die Gläubigen gemeinsam ihren Glauben öffentlich bezeugen. Im Mittelpunkt des Festes steht der Leib Jesu Christi in der heiligen Eucharistie. Jesus wählt das Brot, um seine Liebe und Hingabe an die Menschen sichtbar und erfahrbar zu machen.

Fronleichnam erinnert daran, dass Christus mitten unter den Menschen gegenwärtig ist – nicht nur in der Eucharistie, sondern auch in seinem Wort und in der feiernden Gemeinde selbst. Die Eucharistie bildet dabei das Herzstück der Feier, weil sich in ihr das Geheimnis der Gegenwart Christi besonders eindrucksvoll entfaltet.

Dabei geht es an Fronleichnam nicht um Abgrenzung, sondern um Offenheit und Gemeinschaft. Das Fest lädt dazu ein, auf die Menschen zuzugehen, ihre Sorgen und Ängste ebenso wie ihre Freude und Hoffnung zu teilen und als Zeugen der Frohen Botschaft gemeinsam unterwegs zu sein. So wird Fronleichnam zu einem Zeichen des Glaubens, der Verbundenheit und der Hoffnung in der heutigen Zeit.

Bei der Fronleichnamsprozession wird die sogenannte Monstranz getragen. In ihr befindet sich die geweihte Hostie, die nach katholischem Glauben den Leib Christi darstellt. Der Begriff „Leib Christi in der Monstranz“ beschreibt somit die zentralste Form der eucharistischen Verehrung in der katholischen Kirche. Dabei wird die geweihte Hostie (das „Allerheiligste“) in einem prunkvollen Schaugefäß, der Monstranz, den Gläubigen sichtbar zur Anbetung präsentiert und meist von einem Priester unter einem Baldachin durch die Straßen getragen und von Gläubigen begleitet.

Zur Prozession gehören häufig auch Messdienerinnen und Messdiener, Fahnen- und Bannerträger, Musikgruppen sowie Erstkommunionkinder, die früher den Weg der Prozession mit Blumen streuten. Vielerorts werden noch heute die Wege und Altäre festlich mit Blumen, Birkenzweigen oder kunstvollen Blumenteppichen geschmückt.

Vielerorts hat sich dieses Bild heute verändert. Nach wie vor bringt die Feier des Festes eine Grundwahrheit über die Kirche sichtbar zum Ausdruck, die nachdrücklich durch das Zweite Vatikanische Konzil wieder ins Bewusst sein gehoben wurde: Die Kirche ist das von Gott her geeinte und auf ihn zu pilgernde Gottesvolk (vgl. Lumen gentium 4; 48). Auf seiner Pilgerschaft aber wird das Gottesvolk von Jesus Christus begleitet, der für alle Gläubigen im eucharistischen Mahl sichtbar und berührbar ist.

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