Geschichte des Hohen Domes zu Paderborn

Der Dom prägt seit Jahrhunderten das Stadtbild und zählt zu den bedeutendsten historischen Bauwerken der Region. Als Ort des Glaubens und der Kultur verbindet er seine bewegte Vergangenheit mit lebendiger Gegenwart.

799
Gründung des Bistums

Papst Leo III. und Frankenkönig Karl treffen sich an den Quellen der Pader. An der Stelle des heutigen Domes stand damals bereits eine Kirche "von beeindruckender Größe", die Christus als Salvator Mundi (Erlöser der Welt) geweiht war. Sie wurde kurz darauf bei einem Stadtbrand zerstört und wieder aufgebaut.

836
Liborius kommt nach Paderborn

Bischof Badurad, der zweite Bischof von Paderborn, wollte den christlichen Glauben in und um Paderborn stärken und holte darum die Gebeine des Heiligen Liborius nach Paderborn. Zur Unterbringung der Reliquien lies er den Dom um ein Querhaus und eine Ringkrypta erweitern.

1000
Der Karolingische Dom wird zerstört

Bei einem Großbrand wurde der Dom komplett zerstört. Bischof Rethar begann umgehend mit dem Wiederaufbau.

1015
Weihe des Meinwerkdomes

Nachdem Bischof Meinwerk das Amt von Bischof Rethar übernommen hatte, lies er den bis zu den Fenstern vorangeschrittenen Wiederaufbau abreißen. Anstelle eines Wiederaufbaus des karolingischen Doms ließ er eine dreischiffige Basilika mit einem ottonischen Westwerk erbauen in der er nur die Krypta vom Vorbau erhielt.

1058
Der Meinwrekdom wird zerstört

Nachdem ein Stadtbrand den Meinwerkdom zerstört hatte, ließ Bischof Imad einen deutlich vergrößerten Dom errichten.

1068
Weihe Imaddom

Der neu errichtete Bau wurde am 22. Juli 1068 von Bischof Imad geweiht. Sein Grundriss entsprach weitgehend dem Grundriss des heutigen Domes.

~ 1100
Umbau der Krypta

Um das Jahr 1100 wurde die Krypta umgebaut. Die Form des Baus wurde seitdem kaum verändert, so dass sie bis heute größtenteils erhalten geblieben ist.

~ 1210
Baubegin des heutigen Domes

Anfang des 13. Jahrhunderts wurde mit einem kompletten Neubau des Domes begonnen. Dabei wurde der Bau mit dem Domturm im romanischen Stil begonnen. Je weiter die Bauarbeiten fortschritten, desto mehr gotische Elemente wurden verwendet.

1231
Weihe des Altars im Westchor

Da von Westen nach Osten gebaut wurde, wurde der Altar im Westchor als erster Altar des heutigen Domes eingeweiht.

~ 1280
Fertigstellung des heutigen Domes

Unser heutiger Dom wurde im zweiten Teil des 13. Jahrhunderts fertig gestellt. Dabei war der Hasenkamp vermutlich der letzte Teil, der abgeschlossen wurde.

1622
Plünderung des Domes

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde der Paderborner Dom geplündert und der Schrein des Heiligen Liborius von Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel geraubt. Bei dem Überfall wurde das Innere des Domes weitestgehend zerstört.

1627
Rückkehr der Liboriusreliquien nach Paderborn

Am 25. Oktober 1627 wurden die geraubten Reliquien zurück nach Paderborn gebracht. Seitdem gibt es auch den heute noch genutzten Liboriusschrein. Zur Erinnerung an die Rückkehr feiern wir bis heute "Klein-Libori".

ab 1650
Barockisierung des Domes

Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges (1648) begann 1650 die Barocke Neugestaltung des Domes. Dabei wurden insbesondere die Seitenkapellen Stück für Stück Barockisiert und erhielten zudem neue, barocke Innenportale.

ab 1895
Restaurierungen durch Güldenpfennig

Ab1895 führte der damalige Dombaumeister Arnold Güldenpfennig eine weitreichende Restaurierung des Domes durch. Dabei gestaltete er den Süd- und Ostgiebel in historisierender Form neu.

März 1945
Bombadierungen im 2. Weltkrieg

Bei den Bombardierungen Paderborns durch die Alliierten am 22. März 1945 wurde der Dom und seine Umgebung schwer beschädigt. Es starben 41 Menschen und fast die ganze barocke Ausstattung des Domes wurde zerstört.

Mai 1945
Wiederaufbau des Domes

Mit Ende des zweiten Weltkrieges begann sehr schnell der Wiederaufbau des Domes. Im Zuge dieser Arbeiten fand auch der gotische Reliquienaltar wieder seinen Platz im Hochchor.

1975
Neugestaltung der Bischofsgruft

Die Bischofsgruft mit dem Sammelgrab der Paderborner Bischöfe und die Grablegen für die Erzbischöfe Paderborns wurden neu gestaltet

ab 1978
Umfassende Restaurierungsarbeiten

Über mehrere Jahre wurde der gesamte Dom Restauriert. Dabei wurde die nach dem Zweiten Weltkrieg installierte Notverglasung gegen die heutigen Fenster eingetauscht und die Krypta und der Altarraum wurden neu gestaltet.

ab 2013
Sanierungsarbeiten am Dach und der Außenfassade

Von 2013 - 2015 wurde das Dach und die Außenfassade des Paderborner Domes saniert.

2023
Einweihung des neuen Altars in der Krypta

Nach mehrjährigen Umbauarbeiten wurde der neue Altar und damit die neu gestaltete Krypta am 13. Juli 2023 von Weihbischof König eingeweiht.