Herzlich willkommen im Hohen Dom zu Paderborn
Der Hohe Dom steht im Zentrum Paderborns und ist die Hauptkirche unseres Erzbistums.
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Hahnenfederfenster in der Brigidenkappel Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Der Hahn gehört in beinahe jeder Kirche zum Inventar. Mindestens gehört er auf den Kirchturm als Wetterhahn. Seit dem 9. Jahrhundert schon ist das Brauch. Dämonen und Unwetter sollte er abwehren. Christlich gewendet wurde der Hahn so zum Verkünder des nahen Tageslichts, Mahner zur Wachsamkeit und ein Sinnbild für die Auferstehung Christi und seine Wiederkunft.
Auch im und am Dom findet sich der Hahn. Außen und weithin sichtbar als Wetterhahn auf dem Vierungsturm.
Im Innenraum finden wir einen Hahn an den Geländern rechts und links zum Choraufgang. Aus meiner Sicht kann er hier nur eine Aufgabe haben: die der Ermahnung. Wer den Chorraum betritt, wer die Sakristei betritt, um sich zum Gottesdienst vorzubereiten, der überprüfe seine Beziehung zu Jesus.
Im Hymnus „ad galli cantum“ des Ambrosius von Mailand (+ 397) heißt es:
„So stehet rasch vom Schlafe auch: / Der Hahn weckt jeden, der noch träumt. / Der Hahn bedrängt, die säumig sind, / der Hahn klagt die Verleugner an.“
Petrus leugnet drei Mal, Jesus überhaupt zu kennen. Beim dritten Leugnen kräht der Hahn zum zweiten Mal und Petrus erinnert sich an das Wort Jesu, er werde ihn verleugnen, ehe der Hahn drei Mal kräht. Petrus beginnt zu weinen und so wird der Hahn auch Symbol des reuigen Sünders. Im Hymnus heißt es:
„Da fühlt der Schiffer neue Kraft, / Des Meeres Brandung sänftigt sich, / der Fels der Kirche, Petrus, weint, / bereut die Schuld beim Hahnenschrei.“
Der ganze Hymnus ist nun in der Brigidenkapelle zu lesen, auf der Ostwand, hinter dem Mahnmal. Beide gehören zusammen. Als drittes Element kommen die neuen Fenster hinzu. Sie zeigen Hahnenfedern und verdeutlichen, unterstreichen und machen noch einmal anschaulich: Es geht um verleugnen, vertuschen und verdrängen. Es geht aber auch um Reue, Hoffnung und neues Vertrauen.
Auf unserem diesjährigen Osterbild können wir dieses Motiv der Hahnenfedern mit nach Hause nehmen – als Aufforderung, wachsam zu sein, an jedem Morgen neu auf den Auferstandenen zu hoffen und auf seine Nähe zu vertrauen.
Ihnen und Ihren Lieben wünsche ich Namen des Metropolitankapitels, der Domvikare und aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Domkirche eine gesegnete Karwoche und ein frohes und rundherum schönes Osterfest,
Ihr Joachim Göbel, Dompropst